Industrie und ProduktionMitteleuropa2026

7.000-m²-Produktionswerk in Mitteleuropa: BIM über alle Gewerke

Multidisziplinäre Planung eines 7.000 m² großen Produktionswerks mit Architektur, Tragwerk, Tiefbau, Gebäudetechnik und Brandschutz in einem koordinierten Modell.

7.000-m²-Produktionswerk in Mitteleuropa: BIM über alle Gewerke — TEBIN-Projekt
Produktionsfläche
7,000 m²
Koordinierte Disziplinen
6
Koordiniertes BIM-Umfeld
1

Ein 7.000 m² großes Produktionswerk wurde in einer gemeinsamen BIM-Umgebung geplant. Architektur, Tragwerk, Tiefbau, mechanische und elektrische Systeme sowie Brandschutz wurden parallel entwickelt und laufend koordiniert. Der Nutzen lag nicht in einer nachträglichen Zusammenführung von Fachmodellen, sondern in einem Planungsprozess, der die Disziplinen von Beginn an auf denselben räumlichen und technischen Stand brachte.

Warum ist Full-Scope-Delivery anders als parallele Fachplanung?

Wenn Gewerke getrennt arbeiten, werden Konflikte häufig erst vor der Ausschreibung oder auf der Baustelle sichtbar. Im integrierten Prozess arbeiteten alle Fachbereiche mit aktueller gemeinsamer Geometrie. Architektur definierte den Raum, das Tragwerk definierte Raster und Lastabtragung, der Tiefbau die Standortbedingungen, und Gebäudetechnik sowie Brandschutz wurden gleichzeitig durch dieselbe räumliche Logik geführt.

Das ist besonders wichtig in Produktionsumgebungen, weil mehrere Systeme denselben Raum benötigen. Eine Trasse kann aus Sicht der Lüftung sinnvoll sein, aber einen Brandabschnitt schneiden oder den Wartungszugang zu Anlagen einschränken. Die gemeinsame Modellumgebung macht solche Wechselwirkungen früher sichtbar.

Welche technischen Anforderungen stellt eine Produktionsumgebung?

Produktionsanlagen benötigen Betriebsflächen, Servicezugänge und sichere Fluchtwege. Kanäle, Kabeltrassen und Rohrleitungen müssen diese Bereiche ebenso berücksichtigen wie Konstruktion und Brandschutz. Auch Bodenlasten hängen gleichzeitig vom Tragwerkskonzept und der tatsächlichen Produktionsausrüstung ab.

Diese Anforderungen gehören nie nur zu einer Disziplin. Anlagenzonen beeinflussen Tragwerk, Lüftung, Elektroversorgung, Fluchtwege, Brandabschnitte und Wartungsflächen. Wenn sie erst nach fertigen Fachzeichnungen geprüft werden, entstehen Klärungen genau dort, wo Änderungen teuer werden. In diesem Projekt wurden die Abhängigkeiten im Modell sichtbar, solange sie noch als Planungsentscheidung gelöst werden konnten.

Wie lief die Koordination?

TEBIN führte sechs Fachmodelle in einem Koordinationsmodell zusammen. Die Koordination lief kontinuierlich, nicht nur an festen Meilensteinen. Konflikte wurden in den verantwortlichen Ursprungsmodellen gelöst, damit die Dokumentation nicht neben dem Modell herlief.

Berechnungen für Tragwerk, mechanische Systeme und elektrische Verteilung blieben mit der Geometrie verbunden, auf die sie sich bezogen. Dadurch konnte die Ausschreibungsdokumentation als ein abgestimmtes Paket entstehen: Zeichnungen, Verzeichnisse und Berechnungen beschrieben denselben Planungsstand.

Was blieb nach der Planung Aufgabe der Ausführung?

Das koordinierte Modell ersetzt nicht die Verantwortung der Ausführung für Montage, Logistik, Beschaffung, Inbetriebnahme und Sicherheit. Es schafft jedoch eine konsistente Planungsgrundlage, auf der diese Arbeiten verlässlich vorbereitet werden können.

Die praktische Lektion ist klar: Bei Produktionsanlagen konkurrieren Disziplinen um denselben Raum. Je früher diese Konkurrenz im Modell sichtbar wird, desto eher kann sie durch Planung und Engineering gelöst werden, statt später als Baustellenfrage zurückzukehren.

Projekt-FAQ

Was bedeutet Full-Scope-BIM für ein Produktionswerk?

Architektur, Tragwerk, Tiefbau, mechanische Systeme, elektrische Systeme und Brandschutz werden nicht erst am Ende zusammengeführt. Sie werden in einer gemeinsamen, aktuellen Modellumgebung entwickelt und fortlaufend gegeneinander geprüft.

Welche Disziplinen koordinierte TEBIN?

TEBIN koordinierte sechs Disziplinen: Architektur, Tragwerk, Tiefbau, mechanische Systeme, elektrische Systeme und Brandschutz. Das Ergebnis war eine abgestimmte Ausschreibungsdokumentation aus Zeichnungen, Verzeichnissen und Berechnungen.

Ersetzt das koordinierte Modell die Verantwortung der Ausführung?

Nein. Das Modell klärt die Planungsinterfaces und macht die Dokumentation konsistent. Montageverfahren, Baustellenlogistik, Beschaffung, Inbetriebnahme und Ausführungsentscheidungen bleiben Aufgabe der Ausführung und der Lieferanten.

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