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Harnstoffverteilung (DEF) in einem Rechenzentrum: ein Lagertank, 22 Aggregate

Ausführungsplanung einer Harnstoffanlage (DEF) für ein Rechenzentrum: 50 m³ Lagertank, modularer Pumpenskid für 22 Aggregate und Reserve-Befüllleitung.

Harnstoffverteilung (DEF) in einem Rechenzentrum: ein Lagertank, 22 Aggregate — TEBIN-Projekt
Harnstoff-Lagertank
50 m³
Versorgte Aggregate
22
Unabhängige Befüllstellen
2

Notstrom im Rechenzentrum wird meist über Diesel und Aggregate beschrieben. Moderne Dieselaggregate tragen jedoch eine zweite Abhängigkeit: Harnstofflösung, bekannt als diesel exhaust fluid (DEF), die von der Abgasnachbehandlung zur Senkung der Stickoxidemissionen verbraucht wird. Wenn 22 Aggregate darauf angewiesen sind, ist die Harnstoffversorgung keine Verbrauchsmittelfrage mehr, sondern Infrastruktur.

TEBIN plante die Harnstoffverteilung (DEF) für ein Rechenzentrum in Deutschland in der Leistungsphase 5 nach HOAI (Ausführungsplanung). Andrii Sheronov leitete das Projekt als Project Manager.

Wie wird die Harnstofflösung gelagert und befüllt?

Die Lagerlösung ist um einen Harnstofftank mit 50 m³ und eine eigene Befüllstelle aufgebaut, die die direkte Übernahme aus dem Tankwagen über einen eigens geplanten Anschluss erlaubt. Die Befüllstelle wurde so dimensioniert und angeordnet, dass Anforderungen an betrieblichen Zugang und Auffangvorkehrungen erfüllt sind — eine Übernahme, die über die gesamte Lebensdauer der Anlage regelmäßig stattfindet, muss bequem, kontrolliert und aufgefangen sein.

Wie versorgt ein Tank 22 Aggregate?

Die Verteilung läuft über einen von TEBIN geplanten und integrierten modularen Pumpenskid, der die Harnstofflösung vom Haupttank zu 22 Aggregaten fördert. Im gesamten Verteilnetz wurde Absperrlogik vorgesehen, sodass einzelne Stränge für Instandhaltung oder im Störfall abgeschaltet werden können, ohne die übrigen Aggregate von der Versorgung zu trennen.

Ein modularer Pumpenblock bündelt Pumpen- und Steuerungstechnik in einer konstruierten Einheit mit definierten Anschlusspunkten. Das hält den Technikraum kompakt, macht die Montage vorhersehbar und gibt dem Betreiber einen einzigen, gut dokumentierten Knoten im Herzen des Netzes.

Was passiert, wenn die primäre Befüllleitung nicht verfügbar ist?

Redundanz wurde geplant, nicht vorausgesetzt. TEBIN entwickelte eine eigene zweite Befüllstelle mit unabhängigem Anschluss an ein Reserveaggregat und sichert damit Verfügbarkeit und ununterbrochene DEF-Versorgung bei Wartung oder Ausfall der primären Infrastruktur.

Für betriebskritische Infrastruktur ist das der Unterschied zwischen einer Anlage, die auf dem Plan funktioniert, und einer Anlage, die in der einen Woche funktioniert, in der die Hauptbefüllleitung gewartet wird.

Warum brauchten die Rohrhalterungen eine individuelle Planung?

Statt einen pauschalen Halterungsstandard anzuwenden, plante TEBIN individuelle Rohrhalterungen und Konsolen für die gesamte Anlage, abgestimmt auf die örtlichen Trassenbedingungen und Lastanforderungen. Die Halterungen decken ober- und unterirdische Abschnitte ab und sichern die Standsicherheit des gesamten Netzes.

Dokumentation und Koordination

Der vollständige Dokumentationssatz — R&I-Fließschemata (P&ID), Aufstellungspläne, Isometrien, Halterungspläne und Gerätelisten — entstand über alle Projektphasen bis zur Bestandsdokumentation. TEBIN führte den gesamten Projektzyklus ab der Konzeption und hielt die laufende Abstimmung mit Tiefbau, Elektrotechnik, Regelungstechnik und Lieferanten.

Projektergebnis

Das Rechenzentrum erhielt eine Harnstoffinfrastruktur auf demselben Niveau wie seine Kraftstoffanlagen: einen koordinierten Lager- und Befüllknoten, ein modulares Verteilherz für 22 Aggregate, Absperrlogik im gesamten Netz und einen Reserve-Befüllweg, der die Netzersatzanlage auch dann versorgt hält, wenn die primäre Infrastruktur außer Betrieb ist.

Projekt-FAQ

Warum braucht ein Rechenzentrum eine Harnstoffverteilung?

Dieselaggregate mit Abgasnachbehandlung verbrauchen Harnstofflösung — diesel exhaust fluid (DEF) —, um Stickoxidemissionen zu senken. Wenn 22 Aggregate davon abhängen, wird die Harnstoffversorgung Teil der Notstrominfrastruktur und muss mit derselben Sorgfalt geplant werden wie die Kraftstoffanlage.

Was hat TEBIN geplant?

Einen Harnstoff-Lagertank mit 50 m³ und eigener Befüllstelle für die Tankwagenübernahme, einen modularen Pumpenskid zur Verteilung an 22 Aggregate mit Absperrlogik im gesamten Netz, eine eigene Reserve-Befüllstelle mit unabhängigem Anschluss an ein Reserveaggregat, individuelle Rohrhalterungslösungen sowie die komplette Dokumentation bis zur Bestandsdokumentation.

Wie ist die Anlage gegen Versorgungsunterbrechung geschützt?

Eine eigene zweite Befüllstelle mit unabhängigem Anschluss an ein Reserveaggregat sichert die Verfügbarkeit der Anlage und eine ununterbrochene DEF-Versorgung, wenn die primäre Infrastruktur gewartet wird oder ausfällt.

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