Kraftstoff- und Harnstoffanlagen für ein mehrgeschossiges Rechenzentrum: Detailplanung nach LOD 450
Detailplanung nach LOD 450 der Kraftstoff- und Harnstoffanlagen eines Rechenzentrums: 3 × 100 m³ Kraftstofftanks, 4 × 10 m³ DEF-Tanks und Pumpenräume.

- Kraftstofftanks
- 3 × 100 m³
- Harnstofftanks (DEF)
- 4 × 10 m³
- Detaillierungsgrad der Planung
- LOD 450
Rechenzentrumsgrundstücke werden dichter, und die Aggregateparks wachsen mit. In diesem Projekt standen die Aggregate nicht nebeneinander auf einer Sohle — sie waren über mehrere Ebenen gestapelt. Diese eine Tatsache formte die gesamte Kraftstoff- und Harnstoffplanung um: Lagerung, Trassenführung, Druckhaltung und Zugänglichkeit mussten vertikal ebenso gelöst werden wie im Grundriss.
TEBIN plante die Lagerungs- und Verteilsysteme für Kraftstoff und Harnstofflösung eines Rechenzentrums in Deutschland in der Leistungsphase 5 nach HOAI (Ausführungsplanung) und entwickelte die Lösung von der Konzeption bis zur Detailplanung nach Level of Development (LOD) 450. Andrii Sheronov leitete das Projekt als Project Manager.
Wie wurde die Kraftstofflagerung angeordnet?
Die Kraftstofflagerung besteht aus 3 Tanks zu je 100 m³, verteilt über mehrere Ebenen. TEBIN entwickelte die vollständige räumliche Koordination und die Verbindungslogik der Tanks von der Konzeption bis zur Detailplanung nach LOD 450, einschließlich der gesamten Nebeninfrastruktur und der Auffangvorkehrungen.
Eine mehrgeschossige Tankaufstellung ist für Kraftstoffanlagen dieser Größe unüblich. Sie bindet die Lagerplanung unmittelbar an Tragwerk, vertikale Erschließung und Verteilnetz, sodass die Tankanordnung nicht losgelöst vom übrigen Gebäude entwickelt werden konnte.
Was umfasste die Harnstoffanlage (DEF)?
Dieselaggregate mit Abgasnachbehandlung verbrauchen Harnstofflösung — diesel exhaust fluid (DEF) —, deshalb ist die Harnstoffanlage Teil der Notstrominfrastruktur und kein Zubehör. TEBIN plante die vollständige Harnstoffanlage um 4 DEF-Tanks zu je 10 m³ herum und deckte Lageranordnung, Befüllinfrastruktur und Verteilführung bis zu den Aggregaten ab.
Die Harnstoffanlage wurde vollständig in die mehrgeschossige Anlagenstruktur integriert und gegen die Kraftstoffanlage koordiniert, damit beide Netze das Gebäude teilen, ohne um dieselben Trassen, Räume und Zugangszonen zu konkurrieren.
Wie halten Befüll- und Pumpenknoten die Anlage betriebsfähig?
TEBIN entwickelte Anordnung und Verrohrung eines eigenen Betankungsschranks für Kraftstoff und eines eigenen Befüllschranks für Harnstofflösung sowie 2 kombinierter Pumpenräume für beide Medien. Jeder Knoten erhielt Umgehungen, die Betriebskontinuität und Instandhaltbarkeit in beiden Kreisen sichern.
Umgehungslogik zählt in betriebskritischer Infrastruktur, weil Instandhaltung nicht optional ist. Eine Pumpe oder ein Ventil muss sich warten lassen, ohne die Netzersatzanlage aus der Bereitschaft zu nehmen.
Was verlangte die vertikale Aggregateanordnung von der Verteilung?
Die Kraftstoff- und Harnstoffverteilung wurde über eine vertikal gestapelte Aggregateanordnung koordiniert. Die Planung musste korrekte Trassenführung, Druckhaltung und Zugänglichkeit über das gesamte Steig- und Verteilnetz sicherstellen — jede Ebene brachte statische Höhe, Trassenzwänge und Wartungsübergänge mit sich, die eine eingeschossige Anlage nie kennt.
Wie wurde die nächste Zone geplant, bevor es sie gab?
Die Anlage wurde mit vollständiger Vorhaltung für eine künftige Einbindung der Nachbarzone entwickelt: reservierte Anschlusspunkte, Dokumentation der Übergabestellen und Platzreserven. Als der Nachbarbereich in Betrieb ging, ließ sich die Verbindung ohne Eingriff in die laufende Installation herstellen. Diese Erweiterung wurde ein eigenes TEBIN-Projekt — die Erweiterung der Nachbarzone mit Einbindung, in diesem Portfolio gesondert dargestellt.
Projektergebnis
TEBIN lieferte die vollständige Detailplanung aller Anlagenknoten nach LOD 450 mit dem kompletten Plan- und Schemapaket — R&I-Fließschemata (P&ID), Aufstellungspläne, Isometrien, Halterungspläne und Gerätelisten — bis zur Bestandsdokumentation und koordinierte laufend mit Tiefbau, Architektur, Elektrotechnik, Regelungstechnik und Lieferanten. Das Ergebnis ist eine Kraftstoff- und Harnstoffinfrastruktur, die der vertikalen Logik des Gebäudes folgt und für die nächste Ausbaustufe bereits vorbereitet ist.
Projekt-FAQ
Was änderte die mehrgeschossige Aggregateanordnung an der Planung?
Die Aggregate stehen auf mehreren Ebenen, deshalb musste die Kraftstoff- und Harnstoffverteilung vertikal funktionieren: Führung über Steigstränge, Druckhaltung über die Ebenen hinweg und Zugänglichkeit für Montage und Instandhaltung im gesamten Verteilnetz.
Was bedeutet LOD 450 in diesem Projekt?
Die Detailplanung wurde bis Level of Development (LOD) 450 erbracht — ein Detaillierungsgrad von Modell und Plänen, der für Vorfertigung und Montagekoordination entwickelt wurde. Das Paket umfasste R&I-Fließschemata (P&ID), Aufstellungspläne, Isometrien, Halterungspläne und Gerätelisten über alle Projektphasen bis zur Bestandsdokumentation.
Wie wurde die künftige Erweiterung berücksichtigt?
Die Anlage wurde mit vollständiger Vorhaltung für eine künftige Einbindung der Nachbarzone entwickelt — reservierte Anschlusspunkte, Dokumentation der Übergabestellen und Platzreserven — damit der Nachbarbereich ohne Umplanung der bestehenden Installation angeschlossen werden kann.


