Industrie und ProduktionEuropa2021

Brownfield-Werkserweiterung: 20.000 m² im laufenden Betrieb

Koordinierte Erweiterung eines bestehenden europäischen Produktionswerks um 20.000 m² mit acht BIM-Fachmodellen und mehr als 800 Planunterlagen.

Brownfield-Werkserweiterung: 20.000 m² im laufenden Betrieb — TEBIN-Projekt
Erweiterungsfläche
20,000 m²
Koordinierte Fachmodelle
8
Planunterlagen
800+

Die Erweiterung eines bestehenden Produktionswerks um 20.000 m² ist kein isoliertes Bauvorhaben. Neue Systeme müssen in bestehende Mediennetze, Produktionsabläufe, Zugangswege, Sicherheitsanforderungen und Instandhaltungsstrategien integriert werden, während der Standort weiter betrieben wird.

TEBIN unterstützte die europäische Brownfield-Erweiterung mit einem integrierten BIM-basierten Arbeitsablauf. Der Umfang umfasste acht koordinierte Fachmodelle und mehr als 800 Zeichnungen für Grund- und Ausschreibungsplanung. Mechanische, elektrische, sanitäre und brandschutztechnische Informationen wurden in einem gemeinsamen digitalen Prozess entwickelt.

Warum müssen Brownfield-Projekte anders koordiniert werden?

Bestehende räumliche Zwänge, Medienkapazitäten und Betriebsregeln bilden die Planungsgrundlage. Jede Trassenentscheidung kann Tragwerk, Kabelwege, Brandabschnitte oder Wartungszugänge beeinflussen. Neue elektrische Lasten müssen zur vorhandenen Verteilungsstrategie passen, während Wasser- und Abwasseranschlüsse von bestehenden Höhen, Kapazitäten und Übergabepunkten abhängen.

Dadurch wird Interface Management zur eigentlichen Planungsaufgabe. Technikräume, Haupttrassen, Anschlusspunkte, Zugangsflächen und Brandschutzgrenzen wurden nicht als getrennte Gewerkethemen behandelt, sondern als gemeinsame Koordinationspunkte.

Wie wurden acht Fachmodelle zu einer Arbeitsumgebung?

Die Fachmodelle wurden zu einem föderierten Koordinationsmodell zusammengeführt. Jede Disziplin behielt die Verantwortung für ihre Informationen, während das gemeinsame Modell die Prüfung von Trassen, Anlagen, Zugängen und Schnittstellen ermöglichte.

Geometrische Kollisionsprüfung war dabei nur ein Teil der Arbeit. Eine Lösung musste auch baubar, betreibbar und wartbar sein. Die Prüfungen betrachteten deshalb nutzbaren Raum, Montagefolge, Wartungszugang und die Wechselwirkung zwischen Systemen. Der Wert des Modells lag darin, diese Entscheidungen früher und mit demselben Projektstand sichtbar zu machen.

Vom Modell zur Ausschreibungsdokumentation

Modelle, Zeichnungen, Berechnungen, Mengen und Verzeichnisse wurden aus einer konsistenten Informationsbasis entwickelt. Dadurch blieben Grundrisse, Schnitte, Trassen, Anlagenlayouts und Mengen auch während der Projektentwicklung aufeinander abgestimmt.

Mehr als 800 Planunterlagen sind in einem Industriebau nur dann beherrschbar, wenn sie dieselbe technische Logik beschreiben. Das Modell unterstützte die Nachvollziehbarkeit zwischen geplantem Objekt und dokumentierter Menge; Qualitätsprüfung und klare Parameter blieben trotzdem notwendig.

Was war die praktische Lektion?

Für diese Erweiterung war BIM nicht nur ein Visualisierungswerkzeug. Es war die gemeinsame Infrastruktur für verteilte Teams, Fachschnittstellen, Prüfungen, Mengen und Dokumentation.

Die praktische Lektion ist einfach: Acht Modelle und mehr als 800 Zeichnungen bleiben steuerbar, wenn Schnittstellen Teil des Planungsprozesses sind. Brownfield-Planung und Engineering funktionieren dann am besten, wenn vorhandene Bedingungen sichtbar bleiben und Entscheidungen vor der Baustelle fachübergreifend geklärt werden.

Projekt-FAQ

Was unterscheidet eine Brownfield-Erweiterung von einem Greenfield-Projekt?

Ein Greenfield-Projekt beginnt mit einem neuen Standort und einer neuen Planungsgrundlage. Eine Brownfield-Erweiterung beginnt in einer bestehenden Anlage mit vorhandenen Medien, räumlichen Zwängen, Betriebsregeln und Produktionslogik. Der neue Umfang muss sich in dieses System integrieren.

Wie koordinierte TEBIN die 20.000-m²-Erweiterung?

TEBIN nutzte einen integrierten BIM-Workflow mit acht koordinierten Fachmodellen und mehr als 800 Planunterlagen für Grund- und Ausschreibungsplanung. Mechanische, elektrische, sanitäre und brandschutztechnische Informationen wurden in einem gemeinsamen digitalen Prozess entwickelt.

Reicht Kollisionsprüfung für eine koordinierte Planung aus?

Nein. Eine Trasse kann geometrisch kollisionsfrei sein und trotzdem schwer montierbar, wartbar oder betrieblich ungünstig sein. Deshalb betrachteten die Prüfungen auch Zugang, Bauablauf, Bedienbarkeit und die Beziehungen zwischen den Systemen.

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